„59. Biennale di Venezia“ 5

ZEITEN WENDEN

Dicht daneben wartet eine Menschenschlange auf Einlass in den Pavillon des Gastgeberlandes Italien. Sie reißt nicht ab, weil zwar kein großer Andrang herrscht aber aller 20 Sekunden immer nur eine Person in das Gebäude darf. Auf diese Weise das Innere des ehemaligen Werftgebäudes zunächst für sich allein aufnehmen zu müssen, hat seinen Sinn. Durch niemanden abgelenkt, komme ich nicht in Versuchung, das Konzept des Italieners Gian Maria Tosatti (1980) als banal abzutun. Es zeigt Aufstieg und Fall der Industrienation Italien von 1960 bis heute. Weiterlesen

„59. Biennale di Venezia“ 6

DIVERSITÄT

Am dritten Tag sehe ich Länderbeiträge im Stadtgebiet an, beginne allerdings mit einer Exkursion zu Banksy, den niemand eingeladen hat. An Kunstkennern wird das nicht liegen, wohl eher am Kunstmarkt, den der Außenseiter mit scharfsinnigen Provokationen immer wieder attackiert und bloßstellt, einen Markt, auf dem es nicht anders zugeht, als auf Güter- und Geldmärkten. Umsätze und Renditen bestimmen das Geschehen und keine Inhalte und Lebensnotwendigkeiten. Weiterlesen

„59. Biennale die Venezia“ 7

HARVEST

Die documenta fifteen in Kassel vertraute sich, zum erste Mal in ihrer Geschichte, dem globalen Süden an. So wurde bekannt, wie sich mit kollektiver Kreativität anders leben lässt, als im heute übermächtigen Kapitalismus. Die 59. Biennale di Venezia schuf der weiblichen Kreativität eine große Bühne und rückte die in männlichen Hierarchien ruhiggestellte Frauen- und LGBTQ-Power in den Mittelpunkt. Weiterlesen

Der „Overview Effect“

In der Dresdener Frauenkirche haben etwa 150 000 Menschen die Erde bewundert. Als eine Kugel mit sieben Metern Durchmesser schwebte sie dreieinhalb Wochen lang in drei Metern Höhe über dem Fußboden im Kirchenraum und drehte sich dabei in vier Minuten einmal um ihre Polachse, 360 mal schneller als in Wirklichkeit.

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